Neue Studie: Phytopharmaka besser als konventionelle Medikamente

Wer häufig unter Magenbeschwerden oder einem Reizdarmsyndrom leidet, der nutzt vielfach konventionelle Medikamente, wie Säurehemmer (Antazida) oder aber auch Protonenpumpenhemmer (Omeprazol, Pantoprazol, Ranitidin), um seinen Beschwerden Linderung zu verschaffen.

Reizmagen: Eine häufige Krankheit

Wissenschaftliche Studien haben nun belegt, dass bei bestimmten Magen-Darmbeschwerden Phytopharmaka besser und nachhaltiger helfen als konventionelle Medikamente. Mit etwa 20 Prozent an allen in der Arztpraxis auftretenden Krankheitsfällen stellt der Reizmagen, auch als funktionelle Dyspepsie bezeichnet, eine der häufigsten Erkrankungen im Alltag überhaupt dar. Neben Beschwerden im oberen Gastrointestinaltrakt weisen zudem viele Patienten auch ein sogenanntes Reizdarmsyndrom auf. Die Kenntnisse über die auslösenden Faktoren sind vielfach noch unerforscht. Bislang unklar ist immer noch die Rolle des Magenkeims Helicobacter Pylori. Die Diagnose des Reizmagens beziehungsweise des Reizdarmsyndroms ist nur über den Ausschluss organischer Ursachen zu erzielen. Wenn sich nach der differenzialdiagnostischen Untersuchung keine organische Ursache feststellen lässt, können die Phytotherapeutika eingesetzt werden. Es gilt jedoch zu betonen, dass vor genauer Diagnose keine Selbstversuche gemacht werden sollen, da diese larvierende Symptome verursachen können, die etwaige karzinogene Veränderungen verschleiern können, da die Symptome durch Anwendung des Medikamentes verschwinden.

Kombination von Phytopharamaka hilft effektiv

Neben dem Verzicht auf Stressoren, sollten ein Verzicht auf Alkohol, Tabak und Koffein sowie säurehaltige Nahrungsmittel angeraten werden. Das Ziel der phytotherapeutischen Behandlung dient dazu, die Beschwerden wie Völlegefühl, Sodbrennen, Meteorismus, Magenkrämpfe und Übelkeit, Obstipation oder Durchfall zu lindern. Eine Kombination aus Angelikawurzel, Kamillenblüten, Schleifenblume, Kümmel, Mariendistelfrüchten, Schöllkraut (einem Mohngewächs), Pfefferminzblättern und Melissenblättern kann die Symptome gezielt und oftmals besser lindern als eine konventionelle medikamentöse Therapie, so das Ergebnis mehrerer klinischer Studien.

Phytopharmaka: Größere Linderung

In einer Vergleichsstudie mit Paspertingabe (Metoclopramid) waren weitaus mehr Patienten unter dem Phytotherapeutikum beschwerdefrei, als in der konventionell behandelten Vergleichsgruppe. Auch bei der Behandlung von säurebedingten Beschwerden können Phytopharmaka eingesetzt werden. Bei Verdauungsbeschwerden haben sich zudem Artischockenextrakte und Pfefferminzölkapseln, aber auch Enzian bewährt. Durch die enthaltenen Bitterstoffe wird der Gallenfluss angeregt und die Verdauung gefördert. Auch dies konnte in den klinischen Studien , obwohl bereits bekannt, nochmals im Vergleich zu konventionellen Medikamenten deutlich hervorgehoben werden.