Hypnose-Therapie

Die Hypnose stellt ein Bindeglied zwischen der Schulmedizin und der Naturheilkunde dar, da sie in beiden Bereichen der Medizin zur Anwendung kommt. Ausgeübt werden darf die medizinische Hypnose von besonders qualifizierten Ärzten, Zahnärzten und Heilpraktikern ebenso wie von Therapeuten, welche eine die Hypnose umfassende begrenzte Erlaubnis zum Praktizieren erworben haben. Die Hypnotherapie wird zum Feld der Psychotherapie gerechnet und wird von gesetzlichen Krankenkassen für die Behandlung seelischer Begleiterscheinungen bei körperlichen Krankheiten ebenso anerkannt wie zur Behandlung von Süchten.

Voraussetzung für die Erstattung einer Hypnose-Behandlung durch die gesetzlichen Krankenkassen ist jedoch immer das vorherige Einholen einer Genehmigung.
Zahnärzte wenden die Hypnose bei schmerzhaften Behandlungen als Ersatz für die örtliche Betäubung an. Einige Hebammen und Geburtshelfer haben sich in der Hypnose ausbilden lassen, damit sie auf sanfte Weise eine schmerzfreie Geburt einleiten können. In der Naturmedizin werden die Anwendungsgebiete der Hypnose wesentlich weiter gefasst, sie wird zur Behandlung der meisten psychischen Krankheiten eingesetzt. Als besonders wirksam gilt die Hypnose bei der Behandlung von Depressionen und chronischen Schmerzen. Sie hilft aber auch bei Schlafstörungen, einem Reizdarm und bei sexuellen Störungen, sofern diese nicht ausschließlich körperlich bedingt sind.

Eine Besonderheit stellt die Anwendung der Hypnose in der Erforschung von Krankheitsursachen dar. Insbesondere schwere psychische Störungen haben häufig eine Ursache, deren Erinnerung durch den Patienten erfolgreich verdrängt wurde. Die Hypnose kann ihm dabei helfen, sich wieder an verdrängte oder vergessene Vorkommnisse zu erinnern. Zu beachten ist, dass dem hypnotisierten Patienten in der Regel der Befehl gegeben wird, sich nach der Hypnose nicht mehr an seine während der Sitzung gemachten Äußerungen zu erinnern. Der Hypnotiseur trägt dafür die Verantwortung, dass der Proband auf eine therapeutisch vertretbare Weise mit dem Ergebnis der Sitzung konfrontiert wird.

Das Versetzen in Trance erfolgt überwiegend durch entsprechende Befehle, oft wird es durch das Anstarren eines einzelnen Gegenstandes gefördert. Andere Möglichkeiten zur Einleitung der Trance bieten Düfte und Berührungen. Die zur Anwendung kommende Methode muss immer mit dem Patienten abgestimmt werden, damit er sie akzeptiert. Bei einer Ablehnung der Methode durch den Probanden lässt sich die Trance nicht erreichen.

Wirksamkeit der Hypnose-Therapie

Die Wirksamkeit der Hypnose lässt sich durch das Messen von Gehirnströmen mittels eines EEG eindeutig nachweisen. Unbedingte Voraussetzung ist jedoch, dass der Patient die Hypnose als Behandlungsform akzeptiert. Wenn er die Hypnose ablehnt oder große Angst vor dem damit einhergehenden vorübergehenden Kontrollverlust aufweist, kann er nicht für eine Behandlung ausreichend hypnotisiert werden.
Grundbedingung für jede erfolgreiche Hypnose ist somit das absolute Vertrauen des Patienten zum die Hypnose durchführenden Arzt oder Heilpraktiker.

Gegenanzeigen und Nebenwirkungen der Hypnose-Therapie

Eine eindeutige Gegenanzeige besteht bei der Hypnosetherapie ausschließlich beim Vorliegen eines akuten Schubes einer Psychose. Als wenig sinnvoll erweist sich die Behandlung jedoch, wenn der Patient sie innerlich ablehnt oder Angst vor der Hypnose hat.
Wenn der Zustand der Hypnose nicht ordnungsgemäß beendet wird, können leichte Kopfschmerzen auftreten. Da starke Reize zu einer ungewollten Auflösung des hypnotischen Zustandes führen können, muss in Einzelfällen eine erneute Hypnose eingeleitet werden, damit die Behandlung ordnungsgemäß beendet werden kann.
Lediglich bei einer Leerhypnose erfolgt keine Rückholung aus dem Trancezustand, sondern der Proband wacht nach einiger Zeit auf. Eine Leerhypnose erlaubt jedoch keine Suggestionen während der Trance und dient ausschließlich der Entspannung.