Biofeedback Neurofeedback

Der Grundgedanke der Behandlungsweise Biofeedback besteht darin, im Körper ablaufende Vorgänge sichtbar zu machen, so dass ein regulierendes Eingreifen möglich wird. Gemessen werden unterschiedliche Parameter wie der Puls, der Blutdruck, der Hautwiderstand, die Atmung, die Gehirnströme und die Hauttemperatur. Die von den Messgeräten zurückgemeldeten Werte werden in Töne oder in Bilder umgesetzt, so dass die gemessenen Werte sowohl für den Therapeuten als auch für den Patienten sichtbar sind.

In vielen Fällen zeigen sich Zusammenhänge zwischen den gemessenen Körperfunktionen und den aufgetretenen Störungen der Befindlichkeit. Häufig reicht das Bewusstwerden der Zusammenhänge zwischen dem Verhalten oder einzelner Lebenssituationen bereits für eine Besserung der Beschwerden aus. In anderen Fällen kann der Therapeut anhand der gemessenen Daten die optimale Therapieform wählen. Das Biofeedback stellt somit ein Bindeglied zwischen Diagnoseverfahren und Therapieformen dar.

Anwendungsgebiete der Biofeedback Methode

Zum Einsatz kommen kann das Biofeedback sowohl bei der Behandlung chronischer Schmerzen als auch bei Inkontinenzen. Weitere Einsatzmöglichkeiten der Therapie finden sich in der Linderung von Depressionen und weiteren psychischen Erkrankungen. Des Weiteren wirkt Biofeedback gegen Epilepsie und ADHS.

Kostenübernahme der Biofeedback Therapie durch Krankenkasse

Beim Biofeedback handelt es sich um eine der in der Naturheilkunde zur Anwendung kommenden Methoden, für welche auch schulmedizinisch anerkannte Wirksamkeitsstudien vorliegen. Zugleich wird das Biofeedback sowohl von in dieser Disziplin zusätzlich ausgebildeten Ärzten als auch von entsprechend ausgebildeten Heilpraktikern ausgeübt. Trotz der eindeutigen Wirkungsnachweise bezahlen gesetzliche Krankenkassen die Kosten einer Biofeedback Therapie zurzeit nur in Ausnahmefällen. Ein entsprechender Antrag kann besonders von Patienten mit chronischen Schmerzen gestellt werden. Private Krankenkassen und die Beihilfe übernehmen die Kosten einer Biofeedback Behandlung in der Regel.

Die häufige Verweigerung der Kostenübernahme für eine Biofeedback Therapie seitens der gesetzlichen Krankenkassen erscheint als kurzsichtig, da die Behandlung zu einer Verringerung des Einsatzes sehr kostspieliger Medikamente führen kann.

Neurofeedback

Beim Neurofeedback handelt es sich um eine Sonderform des Biofeedbacks, bei welcher die Hirnströme gemessen werden. Wenn die Messung das gewünschte Ergebnis aufzeigt, erfolgt eine positive Verstärkung in Form einer vom Klienten als angenehm empfundenen Rückmeldung wie Farb- oder Klangkombinationen. Erfolgreich eingesetzt wird das Neurofeedback bei der Behandlung zahlreicher psychischer Erkrankungen. Besonders gute Ergebnisse werden bei der Behandlung von Depressionen und Schlafstörungen erzielt, des Weiteren hilft die Neurofeedback Therapie bei unterschiedlichen Störungen der Aufmerksamkeit. Auch die Auswirkungen des Tourette-Syndroms lassen sich durch Neurofeedback vermindern.

Biofeedback und Neurofeedback bei Migräne und zur Leistungssteigerung

In der Schmerzbehandlung führt eine Neurofeedback Therapie besonders bei an Migräne leidenden Patienten häufig zu einer Verbesserung des Gesundheitszustandes.
Sowohl das Biofeedback als auch das Neurofeedback können außer zur Behandlung von Krankheiten auch zum Zweck der Leistungsseigerung eingesetzt werden. Beide Methoden werden vornehmlich im Sportbereich beim Leistungssport sehr häufig genutzt.

Des Weiteren lassen sich beide Therapieformen auch in Seminaren zur Persönlichkeitsbildung einsetzen.
Nebenwirkungen treten nicht auf, allerdings muss der Therapeut besonders bei der Behandlung psychisch kranker Klienten in der Lage sein, eine durch die Kenntnisnahme der während der Therapei gewonnenen Daten auftretende Belastung aufzufangen.