Eigenbluttherapie in der Orthopädie

Die Eigenbluttherapie stellt eine nicht spezifische Reiztherapie und damit ein klassisches naturheilkundlichen Verfahren dar. Bei der Eigenbluttherapie wird dem Patienten Blut entnommen und anschließend entweder in die Haut oder in Gesäßmuskel zurückgespritzt.

Im Falle einer bestehenden Erkrankungen wird das Blut dann mit naturheilkundlichen Mitteln vermischt oder zum Teil auch mit Sauerstoff oder Ozon versetzt. Weil das eigene Blut nach Verlassen des Körpers als Fremdkörper aufgefasst wird, soll es der Theorie nach eine Immunreaktion innerhalb des Körpers auslösen und dadurch die körpereigenen Abwehrkräfte stärken. Einen wissenschaftlichen Nachweis der Wirksamkeit der Eigenbluttherapie gibt es bislang nicht, allerdings berichten sowohl Patienten als auch Heilpraktiker davon, dass mit der Eigenbluttherapie große Erfolge erzielt worden sind.

Die Eigenbluttherapie wird über insgesamt 8 bis 20 Behandlungen durchgeführt. Die Therapie soll gegen Allergien, Asthma bronchiale, Durchblutungsstörungen, allgemeine Erschöpfungszustände, eine geschwächte Abwehr, bei Hauterkrankungen wie Ekzemen oder Neurodermitis sowie bei chronischen und akuten Infektionen helfen. Auch bei Pilzerkrankungen (Mykosen), bei rheumatischen Erkrankungen und auch bei Wechseljahrsbeschwerden soll die Eigenblutthearpie helfen. Weniger bekannt ist jedoch der Einsatz der Orthopädie.

PRP-Verfahren in der Orthopädie

Im Fachgebiet Orthopädie wird das so genannte PRP-Verfahren durchgeführt. Diese steht für „platelet rich plasma“. Hierbei wird Plasma verabreicht, welches zuvor aus Eigenblut gewonnen wurde. Es wird dabei ein besonders konzentriertes Trombozytenkonzentrat eingesetzt. Durch die PRP-Injektion können insbesondere Sportverletzungen wie Sehnenentzündungen behandelt werden.

Insbesondere im Falle der akuten Sehnenentzündungen hilft die PRP- Therapie nach Mitteilung vieler Experten. Die Therapie kann trotz einer allgemein guten Verträglichkeit einige Nebenwirkungen aufweisen. So kann es kurzfristig zu einer Verschlechterung der Symptomatik der Grunderkrankungen kommen.

Sowohl Heilpraktiker als auch in der Naturheilkunde bewanderte Ärzte werten dies als Anzeichen einer ersten Immunantwort und damit als erstes Heilungsanzeichen. Des Weiteren kann es zu Schwindelgefühlen, Kopfschmerzen und auch zu fieberhaften Reaktionen kommen. Im Extremfall kann es auch zu einem anaphylaktischen Schock kommen.

Nicht indiziert bei Marcumar-Patienten

Die Eigenbluttherapie ist nicht bei sehr schweren beziehungsweise akuten und lebensbedrohlichen Erkrankungszuständen indiziert. Zudem sollte sie nicht bei Infektion mit dem Tuberkuloseerreger und auch nicht bei Blutgerinnungsstörungen beziehungsweise Patienten, die blutverdünnende Medikamente (Marcumar, Aspirin) einnehmen, verwendet werden.

Auch bei Venenentzündungen (Phlebitis) und beim Vorliegen bestimmter Formen der Allergie ist die Eigenbluttherapie nicht angezeigt. Bei Patienten mit einem niedrigen Blutdruck ist zuvor der Rat des Heilpraktikers oder des Arztes einzuholen.

Die Arndt-Schultz-Regel

Der Heilpraktiker verfährt bei der Blutentnahme, in Abhängigkeit der jeweiligen Indikationen, nach der sogenannten Arndt-Schultz-Regel. Demnach sorgen gering gesetzte Reize für eine Erhöhung der Lebenstätigkeit, mittlere Reize fördern die Lebenstätigkeit starke Reize hemmen sie und sehr starke Reize heben demnach die Lebenstätigkeit auf.

Das Blut kann an Zusätzen auch eine homöopathische Aufbereitung erfahren. Eine einzelne Eigenblutinjektion kostet etwa 15 bis 20 Euro beim Heilpraktiker. Falls Zusätze beigefügt werden, kann sich der Preis hierfür jedoch deutlich erhöhen.

Kritik an Eigenbluttherapie

Es gibt eine Vielzahl von Kritikern an der Eigenbluttherapie. So wird insbesondere kritisiert, dass das Blut mit Wirkstoffen versetzt wird und dadurch letztlich die Zellen, die normalerweise eine Immunreaktion hervorrufen sollen, im Vorfeld bereits völlig zerstört werden. Durch die Zelltrümmer können diese jedoch vom Körper nicht mehr als Gefahr an sich wahrgenommen werden.

Andere Experten sehen in der Eigenbluttherapie durch das Mischen mit Wirkstoffen die Gefahr einer nicht kalkulierbaren biochemischen Reaktion zwischen Blut und zugemischter Substanz. Die vielfach beschriebenen Erfolge der Eigenbluttherapie, insbesondere das PRP-Verfahren zeugen jedoch davon, dass trotz fehlender wissenschaftlicher Belege die Erfahrungsberichte offenbar eine andere Sprache sprechen als mancher selbst ernannte Experte.