Reinkarnationstherapie

Die Reinkarnationstherapie stellt eine Sonderform der Psychotherapie dar. Sie geht davon aus, dass die Seele mehrere Leben durchläuft und dass der Patient auf Grund eines in einem früheren Leben liegenden traumatischen Erlebnisses eine psychische Störung erlitten hat, welche ihn im aktuellen Leben belastet. Die Erinnerung an das frühere Leben wird in der Regel in einer Hypnose-Sitzung erreicht.

Kritik an der Reinkarnationstherapie

Die Reinkarnationstherapie ist somit grundsätzlich bei allen psychischen Erkrankungen anwendbar, deren Ursache nicht klar erkennbar ist. Die Reinkarnationstherapie wird von den großen christlichen und den meisten kleineren Freikirchen scharf kritisiert, da sie das menschliche Leben als ein einmaliges Ereignis verstehen und den Glauben an eine Reinkarnation als aus fernöstlichen Religionen stammenden Synkretismus betrachten.

Erinnerung an früheres Leben durch Hypnose

Gegen diese Sichtweise kann angeführt werden, dass der Glaube an eine mögliche Reinkarnation im Judentum häufig anzutreffen ist, auch wenn sich das entsprechende Ereignis nach der Auffassung der meisten Gelehrten auf Fälle beschränkt, in welchen eine Seele die ihr zugedachte Aufgabe nicht erfüllen konnte. Zutreffend ist allerdings, dass einige Patienten während einer Reinkarnationstherapie nicht in ein früheres Leben zurückgeführt werden, sondern dass sie sich an Filme erinnern oder unbewusst Traumvorstellungen aussprechen. Es ist jedoch Aufgabe eines Therapeuten, echte von unechten Erinnerungen zu unterscheiden.

Reinkarnations-Therapeuten mit psychotherapeutischer Ausbildung

Die Anwendung der Reinkarnationstherapie beruht darauf, dass der Patient sich an ein ihn aktuell belastendes Ereignis aus einem früheren Leben erinnert und es erneut durchlebt. Durch dieses erneute Erleben der Situation soll das Ereignis verarbeitet werden, so dass die psychische Störung geheilt werden kann. Der Therapeut muss neben der Fähigkeit zur Rückführung seines Klienten auch über eine angemessene psychotherapeutische Ausbildung verfügen, damit er die Folgen der psychischen Störung erkennt und sie ordnungsgemäß behandeln kann. Es ist allerdings zurzeit gesetzlich nicht zwingend vorgeschrieben, dass ein Reinkarnationstherapeut über eine Ausbildung als Psychotherapeut verfügen muss.

Keine einheitliche Ausbildung zur Reinkarnationstherapie

Die Ausbildung zum Reinkarnationstherapeuten erfolgt ausschließlich über eine Weiterbildung bei einem diese Behandlungsform unterstützenden Verband oder einer von diesem anerkannten Einrichtung. Trotz der Existenz unterschiedlicher Dachverbände mit überwiegend internationaler Ausrichtung lässt sich feststellen, dass die Qualität der Ausbildung zum Reinkarnationstherapeuten sehr unterschiedlich ist, so dass sich der Patient nicht scheuen darf, seinen gewählten Behandler vor dem Abschluss des Behandlungsvertrages nach der Dauer sowie der Art und Weise seiner Ausbildung zu befragen.

Die Kosten für eine Reinkarnationstherapie müssen grundsätzlich vom Patienten selbst getragen werden, da weder gesetzliche noch die meisten privaten Krankenkassen die entsprechenden Sitzungen bezahlen.

Als Nebenwirkung einer Reinkarnationstherapie können sich vorhandene psychische Erkrankungen verstärken, wenn der Therapeut nicht angemessen auf die Erinnerungen seines Klienten reagiert.