Osteopathie

Bei der Osteopathie handelt es sich um eine Behandlungsform der Naturmedizin, welche sich durch die Behandlung mittels der Hände des Heilpraktikers auszeichnet. Sie ist von der Chirotherapie oder Chiropraktik dadurch unterscheidbar, dass sie eine wesentlich größere Vielfalt an einzelnen Behandlungsgriffen kennt und gegen wesentlich mehr Krankheiten erfolgreich eingesetzt wird als die beiden vorgenannten Behandlungsweisen, welche allerdings häufig als Teilgebiete der Osteopathie angesehen werden. Begründet wurde die Oseopathie bereits vor mehr als 130 Jahren durch den amerikanischen Sanitäter Andrew Taylor Still (1826 bis 1917).

Ausbildung Osteopathie und Berufsbezeichnung

Die Anwendung der Osteopathie ist nach deutschem Recht nur Ärzten und Heilpraktikern erlaubt. Medizinische Bademeister sowie Masseure können allerdings im Rahmen ihrer Tätigkeit und auf Verordnung eines Heilpraktikers oder Arztes die in der Osteopathie üblichen Handgriffe anwenden, wenn sie eine entsprechende Weiterbildung absolviert haben.

In Deutschland ist die Ausübung der Osteopathie durch Ärzte mit einer naturheilkundlichen Zusatzqualifikation eher selten, die meisten Behandlungen werden vom Heilpraktiker vorgenommen. Bis heute ist die Weiterbildung in der Osteopathie lediglich im Bundesland Hessen eindeutig geregelt, während in allen anderen Bundesländern keine von staatlichen Stellen kontrollierte Einschränkung der Selbstbezeichnung als Fachkraft für Osteopathie besteht. Die Weiterbildungsordnung in Hessen erlaubt Heilpraktikern und Ärzten zugleich die Bezeichnung als Osteopath, welche ansonsten für in Deutschland qualifizierte Fachleute der entsprechenden Behandlungsmethode nicht zulässig ist. Aus diesem Grund steht auf dem Praxisschild der meisten Heilpraktiker das Wort Osteopathie als ausgeübte Fachrichtung, zudem ist die aus dem Amerikanischen entlehnte Bezeichnung als D.O. zulässig, sofern der Behandler Mitglied im Verband der Osteopathen Deutschlands ist, welcher diese als Wortmarke führt.

Wer ein in anderen europäischen Staaten angebotenes Studium der Osteopathie erfolgreich abgeschlossen hat, darf sich zwar auf Grund der Bologna Regeln als solcher bezeichnen; das Recht zur Ausübung der entsprechenden Heilkunst ist in Deutschland damit ohne eine spezielle weitere Prüfung jedoch nicht verbunden.
Die Grundvoraussetzung der Osteopathie besteht darin, dass die zu behandelnden Leiden durch Schäden an den Knochen bewirkt werden.

Partiale – viszerale – kraniosakrale Osteopathie

Grundsätzlich lässt sich die Osteopathie in drei Teilbereiche aufgliedern. Die parietale Osteopathie wirkt auf das Bindegewebe, die Muskulatur und die Gelenke, während die viszerale Osteopathie auf die inneren Organe einwirkt. Die kraniale oder kraniosakrale Osteopathie wirkt hingegen auf die Rhythmen des Körpers ein. Gemäß der Theorie der Osteopathie sollen Störungen des Bewegungsapparates zu Störungen im gesamten Organismus führen. Als Mittel der Behandlung werden in der Osteopathie verschiedene Formen des Drucks auf den Bewegungsapparat ausgeübt; ebenso werden dessen Knochen auf unterschiedliche Weise stimuliert.

Osteopathie auch von Schulmedizin anerkannt

Die Wirksamkeit der Osteopathie zur Behandlung von Schäden an der Wirbelsäule ist unbestritten und wird auch seitens der Schulmedizin anerkannt. Des Weiteren zeigen unterschiedliche Studien sehr gute Ergebnisse einer osteopathischen Behandlung von Rückenschmerzen. Weniger eindeutig ist die von ihren Vertretern angeführte Wirksamkeit einer Osteopathie Behandlung auf die Selbstheilungskräfte des menschlichen Körpers.

Kostenerstattung gesetzliche Krankenkasse private Krankenversicherung

Die Osteopathie wurde bei der letzten Neuauflage des Hufeland Verzeichnisses in dieses aufgenommen, so dass eine Erstattung der Behandlungskosten durch die privaten Krankenkassen erfolgt, sofern der Versicherungsnehmer sich für einen Naturheilverfahren einschließenden Tarif entschieden hat. Gesetzliche Krankenkassen tragen die Kosten für eine Osteopathie Behandlung grundsätzlich nicht. Seltene Ausnahmen sind möglich, wenn die entsprechenden Behandlungen während eines stationären Aufenthaltes in einer Reha-Klinik erfolgen.