Studie: Ginkgo zeigt bei Demenz keinerlei Wirkung

In einer neuen Studie nahmen Probanden fünf Jahre lang einen Extrakt aus Ginkgo Biloba zu sich. Ginkgo wird seitens der Pharmaindustrie bei Gedächtnisverlust und Demenz als vorbeugend empfohlen.

Daneben wird Ginkgo auch eine Wirkung bei Thrombose, Krampfadern, Bluthochdruck und sogar bei Diabetis nachgesagt. Große Bekanntheit hat Ginkgo Biloba, wie die Pflanze mit botanischem Namen heißt, jedoch im Rahmen der Arteriosklerose beziehungsweise Demenz erfahren.

Wissenschaftler aus Frankreich haben im Fachmagazin „Lancet Neurology“ in der Online-Ausgabe dargelegt, dass die Extrakte aus der Ginkgo-Pflanze keine Wirkung bei Demenz entfalten würden.

Zwei Gruppen mit jeweils 1400 Probanden

In der Studie erhielten 1400 Probanden über 70 Jahren, die unter Gedächtnisstörungen litten, einen Gingko-Extrakt. Eine andere Gruppe, ebenfalls 1400 Personen über 70 Jahre, erhielt nur ein Scheinpräparat. Nach fünf Jahren trat bei beiden Gruppen gleich oft eine Frühform der Alzheimer Demenz auf. Schon im Jahre 2008 kam eine andere Studie, die im Fachmagazin „JAMA“ abgedruckt wurde, zu ähnlichen Ergebnissen.

Studienergebnisse zweifelhaft – Hilft Ginkgo doch?

Was auf den ersten Blick eindeutig erscheint, sollte jedoch genauer untersucht werden. So stellt sich beispielsweise die Frage, wie sich die Gruppen abgesehen von den Gedächtnisstörungen hinsichtlich der Grunderkrankungen unterscheiden.

Insofern müssten diese Ergebnisse miteinander verglichen werden, um zu aussagekräftigen Ergebnissen zu gelangen. Ginkgo Biloba mag kein Wundermittel sein, es stellt sich bei vorschnellen Studienergebnissen jedoch immer mehr die Frage, inwieweit die Wissenschaftler bei der Durchführung der Studie keine Fehler gemacht haben.

Vielfach werden nämlich Äpfel mit Birnen verglichen. Zu den Grunderkrankungen indes liegen nach den bisherigen Erkenntnissen nämlich keine Ergebnisse vor. Insofern ist die Studie nicht aussagekräftig. Vielmehr hätten zwei identische Gruppen mit den gleichen Grunderkrankungen in allen Bereichen gewählt werden müssen, erst dann wären die Ergebnisse aussagekräftig.

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