Osteopathie bei Bandscheibenvorfall wirksam

Ein Bandscheibenvorfall entsteht vielfach durch ständige einseitig ausgeführte Bewegungen zweier oder mehrerer einzelner Wirbel und der dazwischenliegenden Bandscheibe. Bewegung indes gilt als wichtigster Faktor, um die Bandscheibe geschmeidig und beweglich zu halten.

Aus naturheilkundlicher Sicht lässt sich die einseitige Bewegung mit der Ernährung vergleichen. Eine einseitige Ernährung führt zu Mangelerscheinungen und damit zu einer Erkrankung. Eine ausgewogene Ernährung indes sorgt für einen rundherum gesunden Körper.

Ähnlich verhält es sich bei der Bandscheibe. Eine abwechslungsreiche und umfassende Bewegung sorgt für eine Gesunderhaltung der Wirbel und der dazwischenliegenden Bandscheiben, einseitige Bewegungen aber führen zu Beschwerden. Durch einseitige Bewegung kommt es zu einer Degeneration der Bandscheiben, dadurch verlieren sie ihre Pufferfunktion. Die Öffnungen aus denen die Nerven austreten, werden dabei verengt.

Mechanische Reize und entzündliche Prozesse können die Folge sein. Bei vielen Menschen kommt es zur Ausbildung der sogenannten c-förmigen Wirbelsäule. Eine Tätigkeit, die über acht Stunden in sitzender Haltung ausgeübt wurde, lässt sich vielfach auch nicht durch kurze Sporteinheiten ausgleichen. Hierzu bedarf es weitergehender Eingriffe.

Osteopathie als ganzheitliche Behandlungsmethode

In diesem Zusammenhang kommt der Naturheilkunde und insbesondere der Osteopathie eine besondere Rolle zu. Der Osteopath versucht die Beweglichkeit der Wirbelsäule, ausgehend von einem ganzheitlichen Ansatz, wiederherzustellen. Der Osteopath betrachtet dabei die Beweglichkeit der einzelnen Wirbel im Gesamtkontext der Wirbelsäule.

Dabei werden Aspekte wie die Beinlänge, die Beckenbeweglichkeit, blockierte Rippenwirbelgelenke und etwaige Fehlhaltungen auf ihre kausalen Zusammenhänge hin überprüft. Auch ein möglicherweise aufgeblähter Bauch wird aus dem Betrachtungspunkt der Osteopathie in den Behandlungsansatz mit einbezogen.

Durch einen aufgeblähten Bauch ist die Bauchdecke ständig einem Dauerspannungszustand ausgesetzt, der sich auch auf die Rückenmuskulatur und damit auf die Haltung auswirkt. Die Osteopathie lässt sich somit als ganzheitlich ausgerichtete Behandlung von Geweben und Strukturen des Körpers auffassen. Hierbei unterscheidet der Fachmann die Viscerale Osteopathie von der Parietalen Osteopathie und von der Kraniosacralen Osteopathie.

Parietale Osteopathie

Bei der Parietalen Osteopathie liegen die Beschwerden im gesamten Bewegungsapparat. Auch die Bandscheibenbeschwerden fallen also in das Behandlungsgebiet der Parietalen Osteopathie. Ursachen der Beschwerden, zu denen auch kombinierte Beschwerden gehören können, sind vielfach Bewegungseinschränkungen.

Kraniosacrale Osteopathie

Bei der Kraniosacralen Osteopathie wird der Fluss des Gehirnwassers (Liquor) angeregt und damit das allgemeine Wohlbefinden gefördert. Auch die Kraniosacrale Ostheopathie kann helfen Bandscheibenvorfälle zu lindern, da der Liquor vom Gehirn weiter in Richtung des Kreuzbeines geleitet wird und auch die gesamte Wirbelsäule durchfließt.

Viszerale Osteopathie

Die Viszerale Osteopathie hat die Behandlung innerer Organe zum Gegenstand. Da die Osteopathie aber ganzheitliche Ansätze verfolgt, lassen sich auch die einzelnen Bereiche der Osteopathie nicht so einfach trennen. Bandscheibenvorfälle wiederum können sich auch auf die Funktion innerer Organe auswirken, beispielsweise infolge von Fehlhaltungen und Schonhaltungen können innere Organe kurzfristig vom normalen Lagepunkt verdrängt werden und daher eine Funktionseinschränkung erfahren. Es wird also bei der Viszeralen Osteopathie einerseits das Lageverhältnis der Organe zueinander, aber auch der Bezug zu den Stützstrukturen des Halteapparates betrachtet.

Osteopathen behandeln Bandscheibenvorfälle  individuell nicht pauschal

Osteopathen verfahren bei der Therapie dabei jeweils individuell bezogen auf den jeweiligen Einzelfall. Über die Empfehlung spezieller Sportübungen bis hin zu einer gesunden und ausgewogenen Ernährung können die Therapieansätze eines Osteopathen reichen.

In aller Regel wird jedoch bei einem Bandscheibenvorfall ein Osteopath speziell ganzheitlich ausgerichtete Bewegungsübungen im Zusammenspiel mit einer ausgewogenen Ernährung und entspannender Verfahren wie Yoga oder autogenes Training empfehlen.

Übrigens belegen medizinische Studien, dass eine Bandscheibenoperation genau soviel Effekt hat wie eine Nichtoperation. Überraschenderweise weisen osteopathische Behandlungen jedoch hohe Erfolgsquoten auf, was den ganzheitlichen Aspekt bei der Behandlung geschuldet zu sein scheint.

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