Neue Wirksamkeitstheorie für Homöopathie

Kritiker haben die Wirksamkeit der Homöopathie bislang bestritten. Nun gibt es einen naturwissenschaftlichen Theorieansatz, der die Wirksamkeit zu belegen versucht.

 

Hypothesen zur Homöopathie

Die Hypothesen der Homöopathen lauten bislang: Wenn eine Substanz in mehreren Schritten verdünnt wird und bei jedem Verdünnungsschritt geschüttelt wird, nimmt die therapeutische Wirksamkeit mit der Verdünnung zu, obwohl die Wirksubstanz geringer wird.

Durch die Übertragung des „Gedächtnisses“ der Wirksubstanz auf die Trägersubstanz potenziert sich die Wirksamkeit. Die Wirksamkeitsverstärkung bezieht sich nur auf die Wirksubstanz, die anderen Stoffe werden nicht potenziert.

Naturwissenschaften: Wirkung  nicht belegt

Nach den bisherigen Erkenntnissen sind die Ergebnisse weder mit den Gesetzen der Physik, der Chemie oder der belebten Natur in Einklang zu bringen. In keiner bekannten chemischen Verbindung wurde bei einem fortdauernden Verdünnungsprozess eine Wirkungssteigerung festgestellt. Ebenso wird von Kritikern bestritten, dass das Wasser als Lösungsmittel über das „Gedächtnis“ verfügt, um die Wirksamkeit des Naturheilmittels zu erhöhen. Kritiker wenden in Bezug auf die Wirksamkeit von homöopathischen Mitteln ebenso ein, dass es zu Potenzierungen kommt, die teilweise einem Molekül im Weltall entsprechen würden. Aus schulmedizinischer Sicht ist die pharmakologische Wirkung eines Stoffes auf eine Interaktion zwischen aufnehmender Körperzelle und Wirksubstanz zurückzuführen. Nach allen naturwissenschaftlichen Gesetzmäßigkeiten zu urteilen, dürfte die Homöopathie nicht wirken und doch gibt es immer wieder positive Erklärungen zur Wirksamkeit, was also ist dran an der Homöopathie? Warum schwören so viele Menschen auf die Homöopathie? Ist es ein Placebo-Effekt, wie so oft beschrieben wurde? Liegt das Geheimnis der Wirkung in der Zeit, die der Heilpraktiker mit dem Klienten verbringt? Sorgt die vermehrte Zuwendung des Heilpraktikers oder des Arztes in Verbindung mit den homöopathischen Mitteln für die Wirkung?

Neue naturwissenschaftliche Theorie

Mittlerweile gibt es eine neue Theorie, die aber durchaus in der Fachwelt für Aufmerksamkeit sorgt. Insbesondere bei der Verschüttung hochpotenzierter Homöopathika wird die Wirksubstanz mit Alkohol verdünnt und dann erneut mit Wasser verdünnt. Letztlich wird die Lösung auf Zuckerkügelchen (Globuli) oder auf Milchzucker aufgebracht. Die neue wissenschaftliche Theorie besagt, dass sich durch die Verbindung von Alkohol mit Wasser und dem Zucker Bakterienkulturen auf den Globuli bilden, die beim Herstellungsprozess Sporen bilden können und somit im Körper aktiv werden können. Den Herstellungsprozess nach den arzneimittelrechtlichen Regeln könnten die Bakterien als Sporen überleben. Dadurch würde, so die Theorie, im Körper nach Einnahme der Globuli oder Milchzuckertabletten das Immunsystem angeregt und ein Selbstheilungsprozess in Gang gesetzt. Auch wenn die Theorie derzeit noch überprüft wird, ließe sich somit zumindest erstmals tatsächlich eine wissenschaftlich fundierte Wirksamkeit belegen. Von besonderem Interesse, so die Forscher, sind die je nach genutzter Wirksubstanz möglichen Unterschiede bei den sich bildenden Bakterienkulturen.

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