Kinesio Taping hilft bei Sportverletzungen

Kinesio Taping ist ein ursprünglich aus der japanischen Heilkunde stammendes Tape, welches mittlerweile auch im Leistungssport anzutreffen ist und bei vielen Sportverletzungen hilft. Der japanische Chiropraktiker Kenzo Kase hatte vor rund 30 Jahren das Kinesio-Tape entwickelt. Das Tape wirkt wie eine zweite Haut, die die Bewegungsfreiheit jedoch nicht einschränkt. Das Tape wirkt schmerzlindernd und zugleich stoffwechselfördernd. Auch bei den Olympischen Spielen in London waren die Tapes weit verbreitet.

Kinesio Taping: Vielfältige Anwendungsmöglichkeiten

So lassen sich mittels Kinesio Tape Muskeln lockern und Entzündungsprozesse im Bereich der Muskulatur lindern. Auch im Bereich der Physiotherapie sind Kinesio-Tapes mittlerweile gängige Praxis. Das Prinzip des Tapes ist grundsätzlich nicht neu. Während jedoch normale Pflaster ein verletztes Gelenk beispielsweise lediglich fixieren, wirkt das Kinesio-Taping so, dass der Muskel sich nicht zurückbildet. Bei einem normalen Pflaster können Stauungen im Lymph-und Blutkreislaufsystem entstehen. Hierdurch kann der Heilungsprozess verlangsamt beziehungsweise gestört werden. Eine Prellung beispielsweise bewirkt ein Anschwellen des Gewebes sowie ein vermehrtes Schmerzempfinden.

Lymph- und Blutfluss wird positiv beeinflusst

Das elastische Kinesio-Tape massiert bei jeder Bewegung den Lymph-und Blutfluss. Hierdurch werden Entzündung nicht nur gelindert und heilen demnach schneller ab, sondern auch der auf das entzündliche Areal wirkende Druck verringert sich, was gleichzeitig mit einer Schmerzlinderung verbunden ist. Zudem wirkt sich das Kinesio-Tape auch positiv auf die Muskeln aus und unterstützt die Gelenke. Hierdurch ist eine höhere Beweglichkeit und Belastbarkeit der Gelenkssubstanz zu erwarten, im Vergleich zum normalen Pflaster.

Effektive Schmerzlinderung

Das Kinesio Taping wirkt bei Schmerzen im Bereich des Kniegelenks, des Sprunggelenkes sowie der Schultergelenke und bei  Sportverletzungen. Auch hilft es bei Rückenschmerzen, Nackenbeschwerden sowie dem berüchtigten Tennisarm. Auch Sehnenscheidenentzündungen lassen sich mittels Kinesio-Tape behandeln. Physiotherapeuten sind zum Teil der Ansicht, dass sogar ein Muskelfaserriss mittels Tape besser behandelt wird, als mit anderen Methoden.

Es wird von einer Verkürzung des Heilungsprozesses um bis zu 50 Prozent gesprochen. Insbesondere weil der Schmerz weniger stark empfunden wird, als bei einer normalen Pflasterfixierung, entfallen vielfach Schonhaltungen, was sich wiederum positiv auf den Heilungsprozess auswirkt. Dadurch werden beispielsweise Verspannungen verhindert.

Prophylaktische Wirkung im Leistungssport

Im Bereich des Leistungssports ist zudem eine vorbeugende Behandlung mittels Kinesio-Taping möglich. So lässt sich beim Marathon ein möglicher Wadenkrampf durch prophylaktisches Tapen verhindern. Im Bereich der Kinesio-Therapie gibt es mittlerweile neben der rein physiologischen Wirkung auch Diskussionen um die psychologische Wirkung der Farben des Tapes.

So soll beispielsweise ein rosa beziehungsweise rotes Tape anregend wirken, während beispielsweise ein blaues Tape eine beruhigende Wirkung haben soll. Die Tapes werden durchschnittlich nach einer Woche ausgewechselt. Weil die Haut und die Muskeln beim Tapen bestimmte Winkel der Dehnung aufweisen müssen, sollte das Tapen durch Ärzte oder Physiotherapeuten erfolgen und nicht durch den Patienten selbst. Zum Tapen bedarf es zudem einer genauen Kenntnis der Körperanatomie.

Alternative zur reinen Analgetika-Therapie

Physiotherapeuten, Heilpraktiker und Ärzte nutzen das Kinesio-Tape auch, um eine medikamentöse Analgetika-Therapie nach Möglichkeit zu vermeiden. Auch eine Behandlung mittels Antiphlogistika (zum Beispiel Ibuprofen) lässt sich hierdurch zumeist verhindern. Spitzensportler schwören derweil auf die Methode des Kinesio-Tapes. So hat beispielsweise der Profi-Fußballer David Beckham, als dieser für Real Madrid sein letztes Spiel absolvierte, beim Trikottausch gezeigt, dass auch dieser mittels Kinesio Tapingim Rahmen diverser Sportverletzungen behandelt wurde.