Honig: Heilmittel der besonderen Art

Honig ist bereits seit langer Zeit als natürliches Heilmittel bekannt. Wer kennt es nicht aus eigener Erfahrung, die „warme Milch mit Honig“ als natürliches Mittel gegen Husten und Halsschmerzen? Doch welche Anwendungsmöglichkeiten bietet Honig noch? Und vor allem gibt es wissenschaftliche Erkenntnisse hinsichtlich einer bewiesenen Wirksamkeit?

Honig wird auch von vielen Menschen eine krankheitspräventive Wirkung nachgesagt. Wissenschaftliche Studien können dies jedoch nicht immer belegen. Allerdings sagt die Wissenschaft selbst, dass hinsichtlich der tendenziellen gesundheitsfördernden Wirkung des Honig zu wenig wissenschaftliche Studien vorliegen würden.

Der Honig ist schlicht und ergreifend wissenschaftlich zu wenig untersucht, um eine Aussagekraft hinsichtlich einer möglichen Wirkung treffen zu können. Vorhandene Studien beziehen sich jedoch nur auf wenige Probanden und besitzen deshalb eine nur geringe Aussagekraft. Zudem fehlen entsprechende Vergleichsstudien im Sinne einer Doppelblindstudie beziehungsweise eine Vergleichsstudie mit Medikamenten, die bei derselben Erkrankung zur Anwendung gelangen.

Nachgewiesene Effekte in der Wundbehandlung

Gute Datenbestände seitens der Wissenschaft gibt es jedoch im Hinblick auf eine Wirksamkeit in der Wundbehandlung. Hier gibt es zahlreiche wissenschaftliche Studien, die auf eine positive Wirkung zur Wundheilung hinweisen. Studien einer Wissenschaftlergruppe bezeugten beispielsweise einen positiven Effekt im Sinne einer schnelleren Heilung bei leichten Verbrennungen. In dem entsprechenden Fall wurde sterilisierter Honig auf die Wunde aufgetragen.

Wie andere Wissenschaftler jedoch mitteilen, ist bezüglich der Aussagekraft dieser Forschergruppe darauf hinzuweisen, dass Daten anderer Wissenschaftlergruppen fehlen.Eine mögliche Objektivität ist somit nicht gesichert. Allerdings ergab die Auswertung weiterer wissenschaftlicher Untersuchungen, dass offenbar bei der Behandlung chronischer Wunden keine positive Wirkung des Honigs zu erkennen ist. Ein Ulkus Cruris am Unterschenkel heilt demnach bei einer Behandlung mit Honig nicht besser ab als wenn es mit einer konventionellen Salbe behandelt worden wäre.

Bakterienabtötende Wirkung belegt

Dies berichtet das Fachmagazin “GPSP”. Steriler Honig wird mittlerweile jedoch auch in Kliniken als etabliertes Behandlungsverfahren bei Durchblutungsstörungen sowie chronischen Wunden eingesetzt. Die positive Wirkung des Honig beruht offenbar insbesondere darauf, dass der hohe Zuckergehalt von 80 bis 85 Prozent in der Lage ist, Krankheitserreger abzutöten, indem er ihren Zellen Flüssigkeit entzieht.

Zudem sei durch den leicht sauren pH-Wert des Honig eine Hemmung des Keimwachstums möglich. Wissenschaftler sehen jedoch hinsichtlich der Behandlung des Hustens mit warmer Milch keine positive Wirkung. Dies sei deshalb der Fall, weil bei der oralen Anwendung der Honig durch Speichel und Magensaft hinsichtlich seiner Wirkung quasi deaktiviert würde. Dennoch könnte die Konsistenz des Honigs im Zusammenspiel mit der Milch eine positive Wirkung herbeiführen, so die Wissenschaftler. Früher galt Honig zudem als Naturheilmittel bei Magengeschwüren.

Mixtur mit Honig hilft gegen Blutungen

Eine positive Wirkung gegen Helicobakter Pylori konnte jedoch wissenschaftlich nicht nachgewiesen werden. Allerdings wurde nachgewiesen, dass besondere Mixturen, die Honig enthalten, durchaus eine nachgewiesene Wirkung aufweisen. So ist Honig gemischt mit Olivenöl und Bienenwachs gegen Blutungen und Hämorrhoiden wirksam. Zudem lassen sich juckende Hautausschläge mit dieser Mischung behandeln.

Empirische Belege für Wirksamkeit von Honig

Ungeachtet der wissenschaftlichen Erkenntnisse, lässt sich festhalten, dass Honig offenbar eine nachgewiesene Wirkung in bestimmten Fällen besitzt. Zudem wird auch seitens der Wissenschaft dargelegt, dass detaillierte Studien zu einer möglichen Wirksamkeit des Honig fehlen. Honig wird jedoch bereits seit Jahrtausenden als Naturheilmittel angewandt.

Insofern lässt sich eine mögliche Wirksamkeit vielleicht zum gegenwärtigen Zeitpunkt wissenschaftlich nicht belegen, empirische Erkenntnisse bezeugen jedoch durchaus eine Wirksamkeit. Zudem wurde gerade in der chronischen Wundbehandlung auch durch die Wissenschaft eine Wirksamkeit des Honig belegt. Honig dürfte deshalb in der Naturheilkunde auch ohne gesicherten wissenschaftlichen Beweis einen weiterhin hohen Stellenwert in der Behandlungsmethodik besitzen.

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