Akupunktur bei Kopfschmerzen und Verspannungen

Einer Analyse der internationalen Cochrane Collaboration zufolge hilft Akupunktur gegen chronischen Kopfschmerz ebenso gut wie chemische Arzneimittel. Wissenschaftler werteten insgesamt über 30 Studien zum Thema Akupunktur und Kopfschmerz aus.

Insgesamt wurden die Daten von 6700 Kopfschmerzbetroffenen verglichen. Gabriele Böwing, Fachärztin für Innere Medizin in Düsseldorf, sagte zum Thema Akupunktur und Kopfschmerz: „ Akupunktur lindert Kopfschmerzen, reduziert die Anzahl der Kopfschmerztage und beugt Kopfschmerzen vor“. Die Fachärztin wirkte an der Ruhr-Universität Bochum an der Cocharne Collaboration-Studie mit.

Insgesamt trug die Ruhr-Universität Bochum durch 1200 untersuchte Patienten zu dem Forschungsprojekt bei. Bereits die „gerac-Studie“ (German Acupuncture Trials) hatte nachgewiesen, dass Akupunktur den synthetischen Arzneimitteln von der Wirkung in nichts nachsteht. Im Gegenteil, die Nebenwirkungen sind gleich null und die Langzeitwirkung ist um ein Vielfaches höher als bei der Verabreichung von Arzneimitteln. Bei Spannungskopfschmerz kann eine Kombinationstherapie aus Akupunktur und Medikamenten einer reinen arzneimittelbasierten Therapie weit überlegen sein, so die Wissenschaftler.

Hälfte der mit Akupunktur behandelten Patienten verspürte schnelle Linderung

Bei nahezu der Hälfte der Probanden zeigte sich eine signifikante Reduktion von Kopfschmerztagen. Bei der rein arzneimittelbasierten Therapie wurden die kopfschmerzfreien Tage hingegen lediglich um 16 Prozent reduziert. Derzeit klagen in Deutschland etwa acht Prozent der Männer und 14 Prozent der Frauen über wiederkehrende Migräne.

Zwischen 20 und 30 Prozent der Bevölkerung leidet unter häufig auftretenden Spannungskopfschmerz. Die Studie offenbarte zudem, dass eine Behandlung der Kopfschmerzen mit Akupunktur bei nahezu jedem zweiten Probanden zu einer Halbierung der Kopfschmerzattacken geführt hat.

Akupunktur entstammt der Traditionellen Chinesischen Medizin

Akupunktur zählt zu den Heilmethoden der Traditionellen Medizin (TCM). Hierbei werden feine Nadeln in zuvor vom Therapeuten bestimmte Stellen des Körpers (Meridiane) gestochen. Ziel der Behandlung ist es, den Energiefluss im Körper anzuregen.

Dies führt nach den Lehren der Traditionellen Chinesischen Medizin zu einer Linderung der Beschwerden. Die Behandlung selbst ist nahezu schmerzfrei. Die Akupunktur gilt zudem als besonders risikoarm.

Akupressur: Alternative bei Verspannungen im Nackenbereich

Anstelle der Akupunktur kann auch alternativ die Akupressur zum Einsatz gelangen. Hierbei werden bestimmte Stellen am Körper mit den Fingern stimuliert. Ebenso wie bei der Akupunktur soll auch bei der Akupressur der Energiefluss im Körper angeregt werden. Die Traditionelle Chinesische Medizin orientiert sich sowohl bei der Akupunktur als auch bei der Akupressur an sogenannten Meridianen.

Meridiane als Orte der Energieströme

Meridiane bezeichnen dabei Energieflussbahnen im Körper. Jeder Meridian soll nach der Lehre der TCM eine bestimmte Krankheit behandeln können beziehungsweise ein bestimmtes Organ besonders mit Energie versorgen.

So werden bei Verspannungen im Nackenbereich die Meridianpunkte G 20 und G21 behandelt. Bei Verspannungen stimmen die sogenannten Triggerpunkte, also die Punkte, an denen die Muskeln verspannt und verkrampft sind, mit den Meridianen der Akupunktur überein.

Ähnlich der Akupunktur orientiert sich die Akupressur an diesen neuralgischen Punkten. Die Meridiane sind aufgrund der nicht so punktgenau massierenden Finger (im Vergleich zu den Akupunkturnadeln) als Akupressurpunkte bekannt und insofern etwas grobflächiger angesetzt als die Akupunkturpunkte.

Akupressur kann neben Verspannungen zudem die körperlichen Empfindungen insgesamt und insofern die Emotionen positiv beeinflussen. Da Spannungskopfschmerz auch psychosomatische Ursachen haben kann, hilft die Akupressur neben den Schmerzpunkten die „Emotionen positiv zu massieren“. Sowohl Akupunktur als auch Akupressur können gemäß den Lehren der TCM helfen, die Lebensenergie Chi wieder in ein positives Fließgleichgewicht zu bringen.