Kryotherapie

Bei der Kryotherapie handelt es sich um die Verwendung von Kälte zur Behandlung unterschiedlicher Erkrankungen. Bei der Kältetherapie handelt es sich um eine der wenigen Behandlungsformen, welche sowohl seitens der Schulmedizin als auch seitens der Naturheilkunde zur Anwendung kommen, wobei die schulmedizinische Tradition die Kryotherapie auf einige wenige Krankheiten einschränkt. Am bekanntesten ist in der Schulmedizin die Anwendung der Kryotherapie bei der auch als Vereisung bezeichneten Behandlung von Warzen. Als Kühlmittel wird bei der Behandlung oder Entfernung erkrankten Gewebes flüssiger Stickstoff verwendet. Weitere auch schulmedizinisch anerkannte Behandlungen mittels der Kryotherapie finden bei der Behandlung von Tumoren sowie bei der Entfernung abgestorbenen Gewebes statt. Die Anwendung der Kältetechnik zur Entfernung krankhaft veränderten Gewebes ist allgemein anerkannt, so dass die entsprechenden Kosten sowohl von gesetzlichen als auch von privaten Krankenkassen übernommen werden.

Wirkungsweise der Kryotherapie

Während bei der Behandlung krankhaft veränderten Gewebes die Kälte direkt auf die betroffenen Körperteile einwirkt, setzt sich beim Besuch einer Kältekammer der Patient vollständig der Einwirkung von Kälte aus. Die dort herrschende sehr trockene Kälte macht den nur wenige Minuten dauernden Aufenthalt bei Temperaturen von bis zu 110 Grad minus erträglich. In den meisten Kältekammern trägt der zu behandelnde Patient Badekleidung sowie Handschuhe, einen Mundschutz und festes Schuhwerk.

Kryotherapie als Schmerztherapie anerkannt

Als zuverlässig wirksam hat sich die Behandlung in der Kältekammer gegen Schmerzen nach schweren Verletzungen des Bewegungsapparates erwiesen. Einige Reha-Kliniken erzielen sehr gute Ergebnisse und können die Menge der verordneten Schmerzmittel deutlich reduzieren. Die Kostenübernahme einer Schmerztherapie in der Kältekammer erfolgt durch gesetzliche Krankenkassen oder auch Berufsgenossenschaften in der Regel, wenn diese während einer stationären Maßnahme in der entsprechenden Klinik durchgeführt wird. Der Besuch einer Kältekammer wird nicht stationär in der sie durchführenden Klinik behandelten Patienten durch gesetzliche Krankenkassen nur nach einer Einzelfallentscheidung erstattet, während die meisten privaten Krankenversicherungen die Kryotherapie bezahlen. Da die Kältekammer-Therapie sehr starke und kostspielige Schmerzmittel zumindest teilweise ersetzen kann, ist ihre Finanzierung auch aus wirtschaftlichen Gründen als sinnvoll anzusehen. Zudem zeitigt die Behandlung in der Kältekammer keine Nebenwirkungen, während Schmerzmittel leicht zu einer Sucht führen und die Leber schädigen können.

Gute Erfolge der Kryotherapie bei Rheuma und chronischen Schmerzen

Heilpraktiker und naturmedizinisch geschulte Ärzte setzen die Kältetherapie grundsätzlich gegen alle Arten von Schmerzen ein, wobei sie besonders bei Rheuma und chronischen Schmerzen sehr gute Ergebnisse erzielen. Weniger eindeutig ist der Erfolg einer Behandlung mit Kälte bei psychiatrischen Erkrankungen.
Die meisten Kältekammern sind sehr eng, so dass an Platzangst leidende Patienten sie nicht aufsuchen sollen. Ebenfalls raten die meisten Ärzte bei offenen Hautausschlägen von einer Behandlung in der Kältekammer ab. Obwohl eine direkte negative Wirkung der Kältekammer auf das Herz nicht nachgewiesen werden kann, raten die meisten Ärzte herzkranken Patienten ebenfalls vom Besuch einer Kältekammer ab.

Nicht selten lehnen Patienten die Behandlung in der Kältekammer ab, da sie sich vor der Kälte fürchten. In den meisten Kurkliniken wird versucht, ihnen bei einem Gespräch die Angst vor der Kammer zu nehmen. Sofern der Patient auch nach einer weiteren Information über die Wirkungsweise der Kältekammer diese Behandlung nicht wünscht, wird die Verweigerung üblicherweise akzeptiert. Da die Kälte tatsächlich als sehr angenehm empfunden wird, ist an Schmerzen leidenden Verletzten die Akzeptanz der Behandlung in der Kältekammer jedoch anzuraten, zumal der Schmerz tatsächlich spürbar nachlässt.