Homöopathie

Bei der Homöopathie handelt es sich um ein Ende des achtzehnten Jahrhunderts vom deutschen Arzt Samuel Hahnemann entwickeltes Naturheilverfahren. Außer von Heilpraktikern wird die Homöopathie auch von Ärzten angewendet, welche über eine entsprechende Zusatzqualifikation in der Naturheilkunde verfügen. Homöopathische Medikamente können in den meisten Apotheken gekauft werden. Die meisten homöopathischen Mittel werden von Patienten ohne Rezept in der Apotheke gekauft, etwa dreißig Prozent werden nach dem Besuch einer Naturheilpraxis verordnet.

Der Grundgedanke der Homöopathie besteht darin, dass die benutzte Medizin eine Ähnlichkeit mit Mitteln aufweist, welche bei gesunden Menschen die zu behandelnden Symptome auslösen. Des Weiteren ist die Potenzierung der Grundsubstanzen für die Homöopathie maßgeblich. Diese bedeutet, dass die Substanzen mit Alkohol oder mit Wasser verschüttelt und verdünnt werden; bei einigen Substanzen erfolgt die Potenzierung durch Milchzucker.

Durch das wiederholte Verdünnen der ursprünglichen Substanzen lassen sich diese in den verkauften Medikamenten nicht mehr nachweisen.
Nach der Lehre Samuel Hahnemanns erfolgt die Heilung dank der Informationen, welche die ursprünglichen Substanzen an die Lösung abgegeben haben.
Die Wirksamkeit der Substanzen nimmt mit dem Grad ihrer Verdünnung zu, sofern das erforderliche rituelle Verschütteln beachtet wird. Das bloße Verdünnen hat keinen positiven Einfluss auf die Wirksamkeit.

Homöopathische Behandlung – Wirkungsweise der Homöopathie

Vor der Verordnung eines homöopathischen Mittels erfolgt ein ausführliches Gespräch mit dem Heilpraktiker. Wie in der Naturheilkunde üblich, so wird auch bei der Homöopathie nicht ausschließlich die Krankheit behandelt, sondern der ganze Mensch wird in die Behandelung eingeschlossen. Es gibt auch nicht das für ein Krankheitsbild eindeutig passendes homöopathisches Medikament, sondern die für den einzelnen Menschen passende Medizin. Bei ihrer Auswahl berücksichtigt die Heilpraktikerin alle möglicherweise zur Krankheit geführt habenden körperlichen und seelischen Grundlagen. Der Kauf der Mittel ohne eine vorherige Beratung widerspricht somit dem Grundgedanken der ganzheitlichen Behandlung.

Kostenübernahme der Homöopathie durch Krankenkasse

Die Kosten für homöopathische Arzneimittel werden von privaten Krankenversicherungen erstattet, sofern sie durch einen Heilpraktiker oder von einem Arzt verordnet wurden und der Vertrag die Leistungen der Naturheilkunde einschließt. Gesetzlich krankenversicherte Patienten müssen die Arzneimitte selbst bezahlen; wenn sie einen Arzt mit einer entsprechenden Zusatzqualifikation aufsuchen, übernimmt die Kasse die Kosten für das Beratungsgespräch. Mitglieder der gesetzlichen Krankenversicherung können jedoch einen Zusatzvertrag für Leistungen der Naturheilverfahren abschließen und sich dann auch durch einen Heilpraktiker beraten lassen.

Kritik der Schulmedizin an der Homöopathie

Die Wirksamkeit eines Mittels, welches infolge der wiederholten Verdünnung nicht mehr nachweisbar ist, lässt sich mit wissenschaftlichen Methoden nicht belegen, so dass Gegner der Homöopathie ihre Wirksamkeit überwiegend auf den Placebo-Effekt zurückführen. Als weiteren Grund für die Wirksamkeit der Behandlung geben Kritiker an, dass der Heilpraktiker sich sehr viel Zeit für seine Patienten nimmt. Die sorgfältige Beratung des Ratsuchenden ist tatsächlich ein wichtiger Bestandteil der homöopathischen Behandlung. Allerdings erklärt dieser Effekt nicht die Wirksamkeit der ohne Beratung in einer Apotheke gekauften homöopathischen Arzneimittel.
Eine deutliche Ablehnung der Homöopathie stellt die an der Fakultät der dortigen Universität verfasste Marburger Erklärung von 1992 dar. Bei ihrer Bewertung ist aber zu berücksichtigen, dass der Anlass für die damalige Auseinandersetzung eine konkrete Erweiterung der Prüfungsordnung war. Damals war geplant, in Hessen Prüfungsfragen aus dem Bereich der Homöopathie zum Bestandteil jeden medizinischen Examens zu machen.