Heilfasten

Das Heilfasten dient in der Naturmedizin nicht der Gewichtsreduktion, obgleich eine solche dabei regelmäßig erzielt wird. Ziel des Heilfastens ist vielmehr die Entschlackung und Reinigung des Körpers. Häufig wird mit dem Fasten auch eine wichtige geistig-seelische Erfahrung verbunden.

Vorgehensweise und Behandlung durch Fasten

Die ersten Tage vor dem Beginn des eigentlichen Heilfastens sollen als Abbautage begangen werden, wobei nur geringen Mengen an Nahrung erlaubt sind. Die meisten beenden die Vorbereitungszeit auf das Heilfasten mit einem Tag, an welchem sie nur Äpfel essen.
Eine Darmentleerung vor dem Beginn des Fastens wird dringend empfohlen, da sie das Hungergefühl deutlich reduziert.
Während des Fastens wird keine feste Nahrung aufgenommen; welche Säfte erlaubt sind, variiert je nach dem zur Anwendung kommenden Modell. In jedem Fall ist die Zufuhr einer ausreichenden Flüssigkeitsmenge erforderlich, diese kann durch Wasser oder Tee aufgenommen werden, beim Saftfasten sind auch Gemüsesäfte sowie ungezuckerte Obstsäfte erlaubt.

Eine Abwandlung des vollständigen Fastens stellt das Obstfasten oder Früchtefasten dar, bei welchem weiterhin frisches Obst verzehrt werden darf.
Damit der Körper langsam wieder an feste Nahrung gewöhnt wird, erfolgt am Ende der Zeit des Heilfastens ebenfalls mindestens ein Aufbautag, an welchem nur Obst gegessen werden soll. Auch für den Aufbautag hat sich die Gestaltung als Apfeltag bewährt.

Der Körper schaltet nach wenigen Tagen des Nahrungsentzugs auf den Hungerstoffwechsel um und verbraucht deutlich weniger Kalorien als zu Zeiten der normalen Ernährung. Des Weiteren werden während eines begrenzten Fastens das Herz und der Kreislauf geschont. Tatsächlich findet eine Entwässerung des Körpers statt.
Viele Menschen erklären, dass sie sich nach einer Heilfastenkur sehr gesund fühlen und während des Fastens sehr glücklich gewesen sind. Dieser Zustand geht darauf zurück, dass der Körper nach einigen Fastentagen Endorphine ausschüttet. Die körperliche Leistungsfähigkeit bleibt während eines begrenzten Fastens erhalten, so dass auch Fastenwanderungen sehr beliebt sind. Diese bieten zudem den Vorteil, dass sich der Fastende in einer Gruppe befindet und sich zudem viel an der frischen Luft bewegt.

Mundgeruch und Körpergeruch während Heilfasten

Die während einer Fastenperiode abgebauten Körperstoffe führen zu einem verstärkten Mund- und Körpergeruch, so dass die regelmäßige Zahnpflege ebenso wichtig ist wie das tägliche Duschen.

Nebenwirkungen und Gegenanzeigen des Heilfasten

Während viele Heilpraktiker das Heilfasten empfehlen, stehen Ärzte ihm häufig eher kritisch gegenüber. Grundsätzlich nicht geeignet sind Fastenkuren für alle Menschen, welche auf regelmäßige Mahlzeiten angewiesen sind, so dass Diabetiker nicht an ihnen teilnehmen können. Wenn die Medikamenteneinnahme das vorherige Essen erfordert, lässt sich mit Ausnahme des Früchtefastens ebenfalls keine Fastenkur durchführen.

Die Angaben über den Sinn des Fastens bei chronischen Darmentzündungen sind widersprüchlich. Einige Mediziner empfehlen den Verzicht auf feste Nahrung während eines Schubes, während andere gerade dann auf ausreichendes Essen zu achten empfehlen. Unstrittig ist, dass bei jeder Fastenkur auf eine ausreichende Zufuhr von Flüssigkeit geachtet werden muss. Durch die zwingend erforderliche Zufuhr von Flüssigkeit unterscheidet sich das Heilfasten vom religiösen Fasten am Versöhnungstag, wobei der vollständige Verzicht auf Essen und Trinken ohnehin auf einen einzigen Tag begrenzt ist. Auch das Heilfasten darf nicht übermäßig lange dauern; eine oder höchstens zwei Wochen sind zu empfehlen. Eine vorherige Beratung mit dem Arzt oder Heilpraktiker ist sehr sinnvoll.