Chirotherapie Chiropraktik

Trotz ihrer ähnlichen Bezeichnung bestehen zwischen der Chirotherapie und der Chiropraktik einige Unterschiede. Aus rechtlicher Sicht am wichtigsten ist dabei, dass die Ausübung der Chirotherapie ausschließlich Ärzten vorbehalten ist, welche nach einer Ergänzungsprüfung vor der Ärztekammer eine entsprechende Befähigung erworben haben. Die Chiropraktik wird hingegen von Heilpraktikern ausgeübt. Dabei sind die Begriffe Chiropraktiker und Chiropraktor nicht geschützt, so dass sich der Patient vor dem Abschluss des Behandlungsvertrages über den Umfang der Ausbildung des Heilpraktikers in Bezug auf die entsprechende Behandlungsmethode informieren sollte.

Die vorgestellte Trennung beider Disziplinen gilt in dieser Form nur für Deutschland, während in der Schweiz grundsätzlich von Chiropraktik gesprochen wird und die Ausübung der entsprechenden Verfahren Medizinern vorbehalten bleibt. In der Schweiz wird die Chiropraktik zudem als spezielles medizinisches Hochschulstudium angeboten.

Einrenken einzellner Wirbel der Wirbelsäule

Beiden Therapien ist gemeinsam, dass sie in erster Linie der Behandlung von Schäden an der Wirbelsäule dienen, welche nur eingeschränkt beweglich ist. Diese Behandlung an einer ausgerenkten Wirbelsäule ist allgemein als sinnvoll anerkannt und wird sowohl von gesetzlichen als auch von privaten Krankenkassen finanziert, wobei die Übernahme der Kosten durch die gesetzliche Krankenversicherung in der Regel die Behandlung durch einen Arzt erfordert.

Chirotherapie und Chiropraktik am Ishiasnerv

Während die Wirksamkeit von Chirotherapie und Chiropraktik bei der Behandlung von Wirbelsäulenschäden außer Frage steht, ist ihre Wirkung bei anderen Schäden am Bewegungsapparat umstritten, allerdings nimmt die Anerkennung der entsprechenden Therapie für die Behandlung von Schmerzen am Ischiasnerv gegenwärtig stark zu. Die Vertreter der beiden Fachrichtungen geben an, dass ein früher als ausgerenkt bezeichnetes Gelenk eines Impulses an seinen Nozizreptoren bedürfe, damit es wieder uneingeschränkt funktionieren können werde. Die von einigen Chiropraktikern vertretene Auffassung, eine Behandlung an der Wirbelsäule wirke sich positiv auf zahlreiche andere Krankheiten des Körpers aus, wird weder von Schulmedizinern noch von den meisten Vertretern der Naturheilkunde geteilt.

Bei der Behandlung darf der Chirotherapeut bzw. Chiropraktiker keine übermäßig große Kraft ausüben. Empirische Studien belegen in der Tat die Wirksamkeit einer Behandlung mit den Mitteln der Chirotherapie oder Chiropraktik; den von der Schulmedizin aufgestellten Kriterien konnte aber keine der bislang durchgeführten Untersuchungen Genüge leisten.

Anwendung der Chirotherapie und Chiropraktik

Die Chirotherapie geht auf bereits in der Antike bekannte Behandlungsmuster zurück, sie wurde in Deutschland jedoch erst in den 1950-er Jahren wiederentdeckt. Die meisten Sportmediziner wenden Techniken der Chirotherapie auch bei schmerzhaften Verletzungen an. Die grundlegenden Methoden der Chirotherapie und der Chiropraktik sind die Adjustierung, bei welcher Fehlstellungen an der Wirbelsäule korrigiert werden, sowie die Traktion, welche die Dehnung der Bänder verbessert. Weitere Behandlungstechniken in der Chiropraktik und der Chirotherapie sind die Mobilisation, die Weichteilbehandlung und Reflextechniken. Die Mobilisation fördert die Beweglichkeit, während die Reflextechniken neben der Wirkung auf die Schmerzwahrnehmung auch auf das vegetative Nervensystem einwirken können.