Aromatherapie

Unter der Aromatherapie wird die Verwendung ätherischer Öle verstanden, wenn diese der Gesunderhaltung oder der Bekämpfung von Krankheitssymptomen dienen. Eine Aromatherapie im engeren Sinne dürfen in Deutschland nur Personen durchführen, welche eine Erlaubnis zur Ausübung der Heilkunde besitzen, so dass sie sich auf Ärzte und Heilpraktiker beschränkt. Da die Aromatherapie nicht zur schulmedizinsichen Ausbildung gehört und an den meisten Heilpraktikerschulen nur ansatzweise gelehrt wird, nehmen Angehörige beider Berufsgruppen an Fortbildungskursen teil, wenn sie als Aromatherapeuten tätig sein möchten.

Aromatherapie als Selbstmedikation

Gelegentlich wird die Aromatherapie als Teildisziplin der Phytotherapie (Pflanzenheilkunde) angesehen, allerdings handelt es sich bei ihr – mit wenigen Ausnahmen – um äußerliche Anwendungen von Heilpflanzen.

Daneben erfolgt eine Selbstbehandlung bzw. Selbstmedikation mit den Methoden der Aromatherapie durch sehr viele Menschen, da die erforderlichen ätherischen Öle sowohl in der Apotheke oder der Drogerie als auch auf dem Weihnachtsmarkt und teilweise selbst im Ein-Euro-Shop erhältlich sind. Mit Ausnahme ausgebildeter Apotheker darf das Verkaufspersonal aber eigentlich keine Aussagen zu möglichen Heilwirkungen der ätherischen Öle machen, sondern diese lediglich als Wellness Produkte verkaufen.

Keine Nebenwirkungen der Dufttherapie bekannt

Ätherische Öle unterliegen nur dann dem Arzneimittelrecht, wenn sie als Arzneimittel vertrieben werden. Der Verkauf der gleichen Duftöle zum Zweck der Erzielung eines angenehmen Raumduftes ist uneingeschränkt möglich. Bei der Verbrennung ätherischer Öle in der Duftlampe oder bei der Verwendung von Duftkerzen sind Nebenwirkungen äußerst unwahrscheinlich. Wenn ätherische Öle jedoch als Badezusätze verwendet werden oder, was bei einigen Anwendungen empfohlen wird, verdünnt getrunken werden, können allergische Reaktionen auftreten.

Einfluß der Aromatherapie aus das Befinden

Die Wirkung von Düften auf die Stimmung des Menschen ist einwandfrei nachgewiesen. So fördert ein frischer Zitrusduft tatsächlich die Lust am Putezn, während der Geruch nach Zimt eine Wohlfühlstimmung erzeugt. Des Weiteren konnten empirische Studien die steigernde Wirkung auf die Libido durch Ylang-Ylang und einige weitere Düfte bestätigen. Allerdings geht die Wirkung nicht in jedem Fall eindeutig vom gewählten Ausgangsstoff aus; eine Steigerung des allgemeinen Wohlbefindens lässt sich regelmäßig dann erzielen, wenn ein dem einzelnen Menschen persönlich gefallender Duft verwendet wird.

Eine Besonderheit stellt die Verwendung ätherischer Öle beim Auftragen auf Wunden dar, besonders Brandwunden heilen bei der Verwendung von Lavendelöl sehr schnell ab.

Die meisten ätherischen Öle weisen die gleiche Wirkung wie ein aus der entsprechenden Pflanze zubereiteter Teeaufguss auf. So wirkt Lavendelduft beruhigend, während Jasmin auch als Duft unterstützend gegen Depressionen hilft. Typischerweise für Erkältungstees verwendete Kräuter wie Thymian oder Eukalyptus wirken auch über die Duftlampe oder als Badezusatz. Eine Aromatherapie lässt sich gut als Ergänzung zu einer sonstigen Behandlung anwenden, als alleinige Behandlungsmethode ist sie nur bei leichten Befindlichkeitsstörungen geeignet.

Kostenübernahme der Aromatherapie durch gesetzliche private Krankenversicherung

Gesetzliche Krankenkassen übernehmen die Kosten für eine Beratung hinsichtlich der Aromatherapie trotz der grundsätzlichen Anerkennung ihrer Wirksamkeit eigentlich nicht; wenn der Hausarzt über eine entsprechende Ausbildung verfügt und während des Patientengespräches beiläufig auf diese Möglichkeit hinweist, wird er dafür aber keine gesonderte Rechnung ausstellen. Private Krankenkassen übernehmen die Kosten für ein Beratungsgespräch hinsichtlich der Aromatherapie beim Heilpraktiker, wenn der PKV Versicherungsvertrag den Einschluss der Kosten naturmedizinischer Behandlungen aufweist. Die Kosten für die ätherischen Öle sind in der Regel sehr gering.

Die Anwendung pflanzlicher Ausgangsstoffe mit starken Düften in der Kosmetik stellt ebenfalls ein Grenzgebiet zur Medizin dar, da einzelne Pflanzen positive Effekte auf die Haut ausüben. Bei der Verwendung von Badezusätzen wird die pflegende Wirkung zumeist bewusst mit der Wirkweise des Duftes kombiniert.