Akupunktur

Die Akupunktur gehört zu den Heilverfahren der traditionellen chinesischen Medizin und zu den wenigen Teilbereichen der Naturmedizin, welche auch von Schulmedizinern anerkannt werden, so dass gesetzliche Krankenkassen bei bestimmten Krankheitsbildern die Kosten für entsprechende Behandlungen übernehmen, sofern diese von einem Arzt mit einer entsprechenden Zusatzqualifikation durchgeführt werden.

Gemäß der Grundlehre der Akupunktur zirkulieren die Lebensenergien des Körpers auf Meridianen und beeinflussen die Gesundheit des Menschen. Bei einer Störung des gesundheitlichen Zustandes erfolgt die Heilung durch Stiche auf die Akupunkturpunkte. Klinische Studien haben ergeben, dass auch bei einer Bewertung der Wirksamkeit anhand der von Schulmedizinern aufgestellten Kriterien zumindest bei einer Kniegelenksarthrose sowie bei chronischen Rückenschmerzen und bei Migräneanfällen die Akupunktur eindeutig zur Linderung der entsprechenden Leiden beiträgt.

Ein Heilpraktiker verwendet die Akupunktur zur Behandlung vieler weiterer Leiden und erzielt damit in sehr vielen Fällen den gewünschten Erfolg. Die genaue Wirkung der Akupunktur ist nicht bekannt, so dass Kritiker sagen, sie beruhe auch auf einem Placebo-Effekt sowie auf der schlichten Tatsache, dass der Therapeut in der Naturheilpraxis sich sehr viel Zeit für den Patienten nimmt.

Eigentlich stellt die Akupunktur innerhalb der chinesischen traditionellen Medizin eher eine Behandlungsmethode unter vielen anderen dar, ihre sehr hohe Wertschätzung als die wichtigste chinesische Therapieform beruht auf einer entsprechenden Interpretation europäischer Mediziner.
In der praktischen Durchführung werden während einer Behandlung maximal sechzehn Nadeln gestochen, welche für einen Zeitraum von höchstens zwanzig Minuten in der Haut bleiben.

Die Akupunktur kann sowohl von Ärzten als auch von Heilpraktikern durchgeführt werden. Während die entsprechende Ausbildung bei vielen Heilpraktikerschulen zum Unterrichtsstoff gehört, lernen angehende Ärzte die entsprechenden Fertigkeiten sehr selten während des Medizinstudiums, so dass sie eine entsprechende Fortbildung benötigen.

Nebenwirkungen und Gegenanzeigen der Akupunktur

Nebenwirkungen treten bei einer sachgerechten Anwendung der Akupunktur so gut wie nicht auf, es kommt lediglich in Einzelfällen zu einer Hautrötung an der Einstichstelle. Es sind sehr wenige Fälle schwerer Folgewirkungen bekannt, bei allen lässt sich allerdings eine nicht ordnungsgemäße Anwendung der Akupunktur annehmen, so dass es sich eher um die Folgen eines Behandlungsfehlers als um direkte Nebenwirkungen der Akupunktur handelt.
Patienten dürfen unmittelbar vor einer Behandlung mit Akupunkturnadeln keine Salbe und auch keine Creme auf die Haut auftragen, da diese infolge des Einstiches unter die Haut geraten und dort möglicherweise eine unerwünschte Nebenwirkung auslösen können.
Abgeraten wird von der Behandlung durch eine Akupunktur bei kleinen Kindern sowie bei Menschen mit einigen psychischen Leiden. Die meisten Mediziner sehen die Akupunktur bei einer Depression als sinnvoll an, während sie eine Schizophrenie als Gegenanzeige betrachten.
Dass die Akupunktur bei Menschen mit einer Überempfindlichkeit der Haut nicht zur Anwendung kommen soll, versteht sich von selbst.
Ebenso sollte bei akuten Knochenbrüchen keine Akupunktur angewendet werden.
Menschen mit einem schlechten Allgemeinbefinden sollen während der Behandlung möglichst liegen.

Akupressur – Alternative zur Akupunktur

Mit der Akupunktur eng verwandt ist die Akupressur, bei welcher die die entsprechenden Punkte mit der Hand berührt werden. Diese Form der Behandlung bietet sich nicht zuletzt für schmerzempfindliche Patienten an. Eine andere Variante stellt die Moxibustion dar, bei welcher die Haut an den Akupunkturstellen erwärmt wird. Hierbei bilden sich kleine Brandbläschen, welche jedoch rasch verheilen und als Teil der Therapie gelten.
Die Wirksamkeit von Akupunktur, Akupressur und Moxibustion unterscheidet sich kaum, so dass Patient und Therapeut gemeinsam das für den jeweiligen Menschen am besten geeignete Verfahren entscheiden können.